Revolutionärer 1. Mai 2011

1. Mai 2011

Eine radikal andere und bessere Welt ist durch kommunistische Revolution möglich!

Die grausamen Zustände auf der Welt und der Schrei nach kommunistischer Revolution

Die heutige Welt ist in den Klauen eines mörderischen Systems. Die überwiegende Mehrheit der Menschheit muss jeden Tag ums Überleben kämpfen. Täglich sterben Zehntausende von Menschen weltweit an Hunger, Krieg und heilbaren Krankheiten. Millionen sind rassistischer Hetze, Gewalt und Verfolgung verschiedenster Art ausgesetzt. Frauen werden wie Menschen 2. Klasse behandelt, erniedrigt, geschlagen, vergewaltigt. Sie werden sowohl auf die traditionelle als auch auf die „moderne“ Art und Weise zu Objekten degradiert, die auf die Befriedigung der Bedürfnisse eines Mannes oder der Funktion ihrer Gebärmutter reduziert werden. Die menschliche Sexualität, die ein intimer Ausdruck von Liebe, Zuneigung und gegenseitigem Respekt sein sollte, ist in der kapitalistischen Gesellschaft allzu oft eine Ware, die Menschen – und oftmals Frauen – dazu gezwungen sind zu verkaufen, um ihr tägliches Überleben zu sichern. So fallen Frauen jeden Tag Gräueltaten wie der Pornographie und Prostitution zum Opfer: Beides Industrien aus denen das System durch die Ausbeutung menschlicher Sexualität Milliarden-Profite schöpft und die dazu beitragen, die traditionellen Geschlechterrollen aufrechtzuerhalten und zu befestigen. Gleichgeschlechtliche oder andere Liebesbeziehungen, die den patriarchalen Vorstellungen zu wider Laufen, werden abgewertet, beschimpft und angegriffen – bis hin zu gewalttätigen, mörderischen Attacken. Die als höchste denkbare Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung gepriesene „westliche Demokratie“ und der „westliche Lebensstandard“, hier und in den anderen imperialistischen Metropolen, ist erst durch die Folterkammern in der Dritten Welt und die erbarmungslose Ausbeutung der Menschen dort möglich. Unter dem Vorwand eines endlosen „Anti-Terror-Kampfes“ werden Angriffskriege, Folter, Totalüberwachung und Gewaltakte staatlicher Mordkommandos zum Alltag gemacht. Die Umwelt wird dem zerstörerischen Raubzug des unersättlichen Strebens nach Profit ausgesetzt, sodass das Überleben etlicher Pflanz- und Tierarten – inklusiv das der Menschen selbst – in Gefahr ist. Doch es gibt keine permanente Notwendigkeit der bestehenden Zustände. Eine radikal andere und bessere Welt ist durch kommunistische Revolution möglich!

Ökonomische Basis und gesellschaftlicher Überbau – warum Revolution die einzige Lösung ist!

All den unterdrückerischen und ausbeuterischen Zuständen liegt ein soziales und ökonomisches System zu Grunde. Der Kapitalismus/Imperialismus ist eine Produktionsweise – ein System – die auf der Ausbeutung der überwiegenden Mehrheit der Menschheit, durch eine kleine Minderheit basiert. Um zu überleben, müssen Menschen produzieren. Dazu kommen sie zusammen, sie treten in Beziehung zueinander: D.h. sie gehen Produktionsverhältnisse ein. Marx fasste dies folgendermaßen zusammen:

„In der gesellschaftlichen Produktion ihres Lebens gehen die Menschen bestimmte, notwendige, von ihrem Willen unabhängige Verhältnisse ein, Produktionsverhältnisse, die einer bestimmten Entwicklungsstufe ihrer materiellen Produktivkräfte entsprechen. Die Gesamtheit dieser Produktionsverhältnisse bildet die ökonomische Struktur der Gesellschaft, die reale Basis, worauf sich ein juristischer und politischer Überbau erhebt, und welcher bestimmte gesellschaftliche Bewusstseinsformen entsprechen. Die Produktionsweise des materiellen Lebens bedingt den sozialen, politischen und geistigen Lebensprozeß überhaupt.“ (Marx, Zur Kritik der politischen Ökonomie – Vorwort.)

Es gibt keine Produktion, die abstrakt, in Abwesenheit gewisser Produktionsverhältnisse stattfindet. Kapital ist eine gesellschaftliche Beziehung und ein Akkumulationsprozess, in welchem sich eine Klasse die Produktionsmittel aneignet und kontrolliert und somit andere Menschen dazu zwingt für sie zu arbeiten – bzw. ihre Arbeitskraft als Ware zu Verkaufen, um überleben zu können. Im Kapitalismus ist alles was zwischen Menschen getauscht wird eine Ware, auch die Arbeitskraft – die Fähigkeit zu arbeiten. Die menschliche Arbeitskraft ist die einzige Ware, die Mehrwert produzieren kann! Darüber hinaus kann Kapital nur als miteinander konkurrierende Kapitale existieren. Die Konkurrenz unter den Kapitalisten ist dem Kapitalismus innewohnend. Folglich liegt für den Kapitalisten die einzige Art, als Kapitalist, zu existieren darin, dass die Akkumulation – die Expansion – des Kapitals gewährleistet wird: D. h. durch den Versuch stets den Profit zu maximieren, indem sie die Mehrheit der Menschheit und ihre Arbeitskraft auspressen. Dieser Akkumulationsprozess des Kapitals ist im Imperialismus, der höchsten Entwicklungsstufe des Kapitalismus, internationalisiert worden. Das Ziel der kapitalistischen/imperialistischen Produktion ist nicht die Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen, sondern immer mehr Mehrwert anzueignen und zu expandieren damit der „einzelne Kapitalist“ nicht von anderen – mit ihm konkurrierenden – Kapitalisten gefressen wird.

Die zu einer gebenden Zeit existierenden Produktionsverhältnisse stimmen in gewisser Weise mit den Produktivkräften – der Technologie, dem Wissen und den Fähigkeiten der Menschen und Bodenschätzen und Ressourcen zum jeweiligen Zeitpunkt – überein[i] und bilden mit ihnen die ökonomische Basis für den Überbau: Staat, politische Institutionen, Kultur, Ideologie etc. Welche Produktionsverhältnisse die vorherrschenden sind, ist nicht eine Frage von Willen irgendeines Individuums in Form eines bösen Bourgeois oder bourgeois Politikers, vielmehr sind sie das Ergebnis eines historischen Prozesses, dessen Triebkraft der Widerspruch zwischen den Produktivkräften – welche durch die Aktivitäten der Menschen in allen Bereichen der Gesellschaft stets in Entwicklung sind[ii] – und den Produktionsverhältnissen ist. „Nachdem die Entwicklung der Produktivkräfte, die (in allen Gesellschaften vor dem Sozialismus) spontan stattfindet – d. h. ohne jeglichen bewussten Gedanken über die politischen und anderen Veränderungen, die durch die Entwicklung der Produktivmittel, Techniken usw. hervorgerufen werden –, einen bestimmten Punkt erreicht hat, werden die Produktionsverhältnisse und der entsprechende Überbau nicht mehr dazu tendieren, die Entwicklung der Produktivkräfte zu fördern, sondern viel eher dazu, diese Entwicklung zurückzuhalten.“ (Bob Avakian, For A Harvest Of Dragons). An jenem Punkt werden die Produktionsverhältnisse zu Fesseln der Produktivkräfte: Um jene zu entfesseln und somit den Fortschritt der Menschheit zu gewährleisten ist eine Revolution notwendig. So geht in einem revolutionären Prozess die neue Gesellschaft aus der Alten hervor, d. h dass die vorherige Gesellschaft die materiellen Bedingungen für die ihr folgende Gesellschaft vorbereitet. Die Entwicklung des Kapitalismus bereitete in diesem Sinne die Voraussetzungen für die Entwicklung der Wissenschaft vom Kommunismus und auch die – nun schon längst vorhandene – soziale und materielle Basis, die Fähigkeit einen Überschuss zu produzieren, um solch eine radikal andere und bessere Welt ins Leben zu rufen.

Der Grundwiderspruch im Kapitalismus/Imperialismus – der Widerspruch zwischen den Produktivkräften und den Produktionsverhältnissen – ist der zwischen gesellschaftlicher Produktion und privater Aneignung. Das heißt, dass der in einem gesellschaftlichen Prozess produzierte Reichtum von einer Minderheit der Menschheit kontrolliert und angeeignet wird. Solange dieser Widerspruch bestehen bleibt, wird es keine emanzipatorische Lösung weltweit geben können. Die Befreiung der Menschheit ist nur durch kommunistische Revolution möglich!

Was ist kommunistische Revolution?

„Es ist dieses System, das uns in die Situation, in der wir uns heute befinden, gebracht hat und uns darin hält. Und es ist Revolution durchzuführen, um dieses System loszuwerden, sodass wir selbst ein viel besseres System schaffen können. Das Endziel dieser Revolution ist Kommunismus: Eine Welt, in der die Menschen zusammenarbeiten und zusammenkämpfen für das Gemeinwohl… Eine Gesellschaft, in der alle, das was immer sie können, zur Gesellschaft beitragen und das was sie brauchen, bekommen, um ein Leben zu leben, dass dem Menschen würdig ist… Eine Gesellschaft in der es keine Teilungen unter den Menschen gibt, in der einige über die Anderen herrschen und sie unterdrücken, sie nicht nur der Mittel, um ein würdevolles Leben zu führen, berauben, sondern auch der Erkenntnisse und des Mittels die Welt wirklich zu verstehen und sie umzuwandeln. Diese Revolution ist sowohl notwendig als auch möglich.“ (RCP, USA: The Revolution We Need… The Leadership We Have. Online unter http://www.revcom.us)

Die Diktatur des Proletariats als Übergangsphase zum Kommunismus

Das internationale Proletariat als Klasse ist die einzige, die nichts besitzt als ihre Arbeitskraft und nichts zu verlieren hat als ihre Ketten. Ihr objektives Interesse als internationale Klasse liegt in der Befreiung der gesamten Menschheit von allen Formen der Ausbeutung und Unterdrückung. Die Diktatur des Proletariats (DdP) ist sowohl ein ökonomisches System als auch eine Form von Klassenherrschaft, gleichzeitig ist sie eine Übergangsphase zu einer klassenlosen Gesellschaft. Sie zielt auf die Erreichung der 4-Sämtlichen hin: Die Abschaffung der Klassenunterschiede überhaupt, die Abschaffung sämtlicher Produktionsverhältnisse, worauf sie beruhen, die Abschaffung sämtlicher gesellschaftlicher Beziehungen, die diesen Produktionsverhältnissen entsprechen und die Umwälzung sämtlicher Ideen, die aus diesen gesellschaftlichen Beziehungen hervorgehen. Dies und nichts anderes ist das Ziel und setzt den Maßstab unseres Handelns. Der sozialistische Staat ist der erste der daraufhin zielt sich selbst abzuschaffen, und ist in dem Sinne radikal anders als alle Staaten die bisher existiert haben.

Es ist wichtig zu verstehen, dass trotz der emanzipatorischen Eigenschaften des Sozialismus und dessen Notwendigkeit – als Übergangsphase – die DdP, so wie jede andere Klassengesellschaft, die Herrschaft (d.h. die Diktatur) einer Klasse bedeutet, aber zum erstenmal in der Geschichte ist sie die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit. Die sozialistische Gesellschaft wird nicht, und kann auch nicht, die Erweiterung der bürgerlichen Demokratie (d.h. bürgerliche Diktatur) bedeuten, genauso wie der bürgerliche Staat nicht übernommen werden kann und wird. Die bürgerliche Demokratie, der kapitalistische Staat, das bürgerliche Recht, die Moral und alle anderen Bereiche des kapitalistischen Überbaus spiegeln unterdrückerische und ausbeuterische Produktionsverhältnisse wider und dienen deren Aufrechterhaltung. Engels analysiert diesen Punkt so:

„… der Staat… ist keineswegs eine der Gesellschaft von außen aufgezwungenen Macht;… er ist vielmehr ein Produkt der Gesellschaft auf bestimmter Entwicklungsstufe; er ist das Eingeständnis, daß diese Gesellschaft sich in einen unlösbaren Widerspruch mit sich selbst verwickelt… Damit aber diese Gegensätze, Klassen mit widerstreitenden ökonomischen Interessen, nicht sich und die Gesellschaft in fruchtlosem Kampf verzehren, ist eine scheinbar über der Gesellschaft stehende Macht nötig geworden, die den Konflikt dämpfen, innerhalb der Schranken der ‚Ordnung’ halten soll; und diese, aus der Gesellschaft hervorgegangene, aber sich über sie stellende, sich ihr mehr und mehr entfremdende Macht ist der Staat.“ (zitiert in Lenin, Staat und Revolution)

Aber warum brauchen wir die Staatsmacht, warum können wir den Staat nicht auf der Stelle abschaffen?

Bob Avakian schreibt dazu in Views on Socalism and Communism folgendes:

„…[D]er Grund, weshalb wir die Staatsmacht brauchen und wollen, [ist,] weil die Fähigkeit, die wirtschaftliche Grundlage und der Überbau der Gesellschaft umzuwandeln – alle ihre Produktions- und gesellschaftlichen Verhältnisse, ihren politischen Charakter, Institutionen und Strukturen, ihre Kultur und das Denken der Menschen – all das hängt davon ab und kommt dadurch zum konzentrierten Ausdruck, durch wen, oder mit anderen Worten, welche Klasse die Staatsmacht innehat. Und dies wiederum kommt zum konzentrierten Ausdruck durch den Charakter dieser Staatsmacht – nicht nur, wer sie in einem allgemeinen oder abstrakten Sinne innehat, sondern was der Charakter dieser Staatsmacht ist und wozu sie dient und zu was sie beiträgt.“ (Avakian, Views on Socalism and Communism.)

Die neue Synthese von Bob Avakian: Die Basis, der Rahmen und das Gerüst

Die neue Synthese von Bob Avakian ist das wissenschaftlichste Verständnis von Revolution und Kommunismus das bis dato existiert hat. Sie stellt einen theoretischen Durchbruch in der Wissenschaft vom Kommunismus dar und beinhaltet eine erneuerte, lebensfähigere Vision von Revolution und Kommunismus; eine Zusammenfassung der internationalen Kommunistischen Bewegung und der zwei großen sozialistischen Länder, der Sowjetunion (von 1917 bis 1956) und Chinas (von 1949 bis 1976), – deren große Errungenschaften und Erfahrungen für die unterdrückten und ausgebeuteten Massen, Revolutionäre und Kommunistinnen und Kommunisten weltweit eine unvergleichbare Bereicherung darstellen – eine Zusammenfassung, die mit den Mängeln und Fehlern bricht, aber gleichermaßen die echten Errungenschaften aufrecht erhält und darüber hinaus einen Sprung macht, der es uns ermöglicht, es in der Zukunft noch besser zu machen. Avakian hat mit der neuen Synthese in einer Reihe von zentralen Fragen der Revolution und des Kampfes für eine kommunistische Welt grundlegend neue Einsichten erlangt: U.a. im Verständnis vom Kommunismus, Bereich der Philosophie, des Internationalismus, des Verständnisses von einem revolutionären Sozialismus, der strategischen Herangehensweise an die Revolution und des Selbstverständnisses der Kommunisten als „Befreier der Menschheit“.

Außerdem beinhaltet die neue Synthese das Konzept von festem Kern mit viel Elastizität[iii], dass nicht nur ein Konzept ist um besser mit dem Widerspruch zwischen Führung und Geführten umgehen zu können, sondern ebenso, und hauptsächlich, eine Methode und Herangehensweise an die objektive Realität – in ihrer Bewegung, Entwicklung und Komplexität – darstellt. Das Konzept von festem Kern/Elastiziät ist im grundlegendsten Sinne die Anwendung des dialektischen Materialismus auf die Realität, um sie zu verstehen und zu verändern.

„Kurzum, nach der von Bob Avakian entwickelten neuen Synthese muss es einen festen Kern mit viel Elastizität geben. Dies ist, vor allem, eine Methode und Herangehensweise, die in sehr großem Umfang ihre Anwendung findet. Es gründet auf dem wissenschaftlichen Verständnis, dass die Realität, in der Tat, real ist –, und aus spezifischen Formen der Materie in Bewegung besteht; jede mit ihrer spezifischen Eigenschaft – während aber gleichzeitig jedes spezifische Ding sich im Zusammenhang mit Dingen auf verschiedenen Ebenen bewegt, verändert und mit ihnen interagiert. Ein klares Verständnis von diesen beiden Aspekten und deren Wechselbeziehung ist notwendig, um die Realität, in all ihren Sphären, zu verstehen und umzuwandeln, und ist entscheidend, um revolutionäre Veränderungen in der Gesellschaft zu machen.“ (Constitution of the Revolutionary Communist Party, USA.)

Wenn es Revolution geben soll, brauchen wir eine Avantgardepartei auf Basis der neuen Synthese!

Im Angesichts des großen sowohl theoretischen und ideologischen als auch des politischen und praktischen Kampfes, der notwendig ist, um kommunistische Revolution auf Basis der neuen Synthese zu machen, müssen wir uns organisieren: Wir brauchen also eine Avantgardepartei. Eine Partei, welche die Rolle echter kommunistischer Führung übernimmt und sowohl die organisatorische als auch die strategische Führung auf Basis kommunistischer Wissenschaft inne hat und im objektiven Interesse des internationalen Proletariats als Klasse handelt, mit dem Ziel die gesamte Menschheit von Ausbeutung und Unterdrückung zu befreien. Wir brauchen kommunistische Führerinnen und Führer: Menschen, die im Zusammenhang mit dem gesamten gesellschaftlichen Prozess[iv], der notwendig ist, um die objektive Realität – in ihrer Bewegung und Entwicklung – stets tiefgründiger zu erkennen und umzuwandeln, die Wissenschaft vom Kommunismus anwenden, um eine grundsätzlich korrekte ideologische und politische Linie zu entwickeln und umzusetzen. D.h., dass kommunistische Führung in der Lage sein muss, kontinuierlich – weitestgehend – richtige theoretische Abstraktionen durch ein umfassendes Verständnis des dialektischen Materialismus und der gesamten Wissenschaft vom Kommunismus zu machen, diese theoretischen Abstraktionen auf die Realität im allgemeinen anzuwenden und daraus korrekte Schlussfolgerungen, Grundprinzipien, Strategien und Handlungen zu formulieren. Die Führung muss auch in der Lage sein, die Leute davon zu überzeugen und dafür zu gewinnen, diese aufzugreifen und anzuwenden, während sie gleichzeitig, im Laufe dieses Prozesses indem sie sowohl führen als auch lernen, jene die sie führen, dazu entfesseln, all dies in zunehmendem Maße selbst zu tun. Wir brauchen Menschen die ihr leben, bewusst dem Kampf für Revolution und Kommunismus widmen und alles was sie tun an dem Ziel der Befreiung der Menschheit messen.

Die Linie der kommunistischen Avantgardepartei muss, sowohl in ihrer Anschauungsweise als auch in der Strategie und in ihrem Programm, das objektive politische Interesse des internationalen Proletariats und anderer ausgebeuteter und unterdrückter Massen repräsentieren und muss die Mittel dazu bereiten. Sie ist die Basis und das Gerüst für viel Elastizität. Sie setzt den Rahmen und die Tagesordnung und ermöglicht das Entstehen von revolutionärem kommunistischen Bewusstsein, durch theoretischen, ideologischen und politischen Kampf gegen sowohl die vorherrschenden Ideen in der Gesellschaft, welche den kapitalistischen Produktionsverhältnissen und kapitalistischen Herrschaft entsprechen und sie befestigen als auch gegen andere Linien, die an das spontane Bewusstsein der Massen appellieren, sie im Rahmen des vorherrschenden Systems halten und somit die Interessen der herrschenden Klasse widerspiegeln und deren Herrschaft legitimieren, stützen und stärken. Spontanes Bewusstsein kann zu keiner kommunistischen Revolution führen! Der Spontanität hinterherzulaufen, statt die Menschen ideologisch zu fördern und mit der Wissenschaft vom Kommunismus zu bewaffnen, war und ist schädlich und endet früher oder später bestenfalls in Reformismus und schlimmstenfalls in offener Konterrevolution.

„Revolution gegen einen mächtigen und brutalen Feind – und danach eine ganz neue Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung zu schaffen – ist ein unglaublich herausfordernder und komplexer Prozess! So eine Revolution erfordert Führung; sie erfordert eine Organisation mit Weitblick, eine wissenschaftliche Methode um die Realität zu analysieren und sie zu verändern, und ernsthafte Disziplin. Eine Organisation, die das revolutionäre Potential der Volksmassen aufrütteln und entfesseln, ihre Wut auf den echten Feind lenken und ihren Blick auf die Befreiung der ganzen Menschheit richten kann. Eine Organisation, die den Weg durch extreme Höhen und Tiefen und gefährliche Windungen und Wendungen ebnen kann. Diese Organisation ist die revolutionäre Avantgardepartei. Nur mit so einer Organisation können die Massen den historischen Herausforderungen gerecht werden und ihre Befreiung erringen.“ (Constitution of the Revolutionary Communist Party, USA. Online unter http://www.revcom.us)

Die derzeitige Hauptaufgabe der Kommunistinnen und Kommunisten in der BRD

Unsere derzeitige Hauptaufgabe sehen wir darin, eine kommunistische Avantgarde auf Basis Bob Avakians neuer Synthese aufzubauen, die Repolarisierung der Gesellschaft um Revolution und Kommunismus zu bewirken und eine neue Welle der kommunistischen Revolution in Deutschland und weltweit zu entfesseln.

Wie dieser Prozess im Genaueren auszusehen hat; warum und wie eine Avantgarde aufgebaut werden muss und welche Rolle diese Avantgarde im revolutionären Prozess spielt und dabei viel Elastizität entfesselt werden kann; wie kommunistisches Bewusstsein – wie die neue Synthese – in die Massen hineingetragen werden kann; was die Konzepte des „Bereicherten Was-tun-ismus“ und des „Vorantreibens während abgewartet wird“ bedeuten und wie sie im Konkreten in Deutschland angewandt werden sollen; und zu weiteren wichtigen theoretischen, ideologischen und strategischen Fragen hinsichtlich echter kommunistischer Revolution, wird demnächst eine Broschüre erscheinen in der all dies besprochen und die Prinzipien der Revolutionären Kommunisten (BRD) erklärt werden:

„Die Rekonstituierung der Revolutionären Kommunisten (BRD) auf Basis von Bob Avakians neuer Synthese“.

In diesem Sinne möchten wir die Wiederbelebung der Revolutionären Kommunisten (BRD) bekannt geben! Der Beginn einer neuen Etappe der kommunistischen Revolution auf Basis der neuen Synthese in der BRD! Helft und unterstützt den Kampf um dieses Dokument zu veröffentlichen und zu verbreiten! Spendet und helft zu korrigieren und zu übersetzen! Helft das Manifest der RKP (Revolutionary Communist Party, USA) Der Kommunismus: Der Beginn einer neuen Etappe zu propagieren und zu verbreiten und die Repolarisierung auf Basis der neuen Synthese zu erkämpfen. Kämpft mit uns gemeinsam für Revolution und Kommunismus: studiert, diskutiert, verbreitet und kämpft für die Anerkennung der neuen Synthese, des Manifests und der Neukonstitutionierung! Feiert mit uns dieses wichtige Dokument! Schließt euch den Reihen der Revolutionären Kommunisten (BRD) an! Werdet zu Befreierin und Befreier der Menschheit! Denn:

„Die Befreiung der gesamten Menschheit: das, und nichts weniger, ist unser Ziel. Es gibt keine größere Sache, keinen höheren Zweck, denen wir unser Leben widmen können.“

(Der Kommunismus: Der Beginn einer neuen Etappe, S. 62)

Revolutionäre Kommunisten (BRD)

Kontakt: revkom.brd@googlemail.com http://www.revkombrd.wordpress.com


[i] Zur Vertiefung siehe Bob Avakian, Views on Socialism and Communism. (Online unter http://www.revkombrd.wordpress.com)

[ii] Sprich neue Werkzeuge werden Produziert, die Wissenschaft entwickelt sich weiter, die Einsicht der Menschen in die Notwendigkeit – und die Fähigkeit sie zu Verändern – wird tiefer und sie werden handlungsfähiger etc.

[iii] Zur Vertiefung des Verständnisses vom Konzept von „festem Kern mit viel Elastizität“ (auf Englisch: „solid core with a lot of elasticity“), welches ein zentrales Element der neuen Synthese ist, siehe http://www.revkombrd.wordpress.com und http://www.revcom.us.

[iv] Der Prozess um eine korrekten Linie zu formulieren, muss ein lebhafter Prozess von festem Kern mit viel Elastizität sein: D.h., dass statt starr und fest eine Linie von oben herab zu diktieren und sie als wahr und unantastbar zu erklären, muss der kritische Geist der Menschen gefördert und entfesselt werden, was damit einhergeht Dissens, Gärung und echte Opposition zu zulassen und zu fördern auf Basis und im Rahmen eines festen Kerns – Avantgardepartei, revolutionäre Staatsmacht etc.

Ohne diesen Prozess in Gang zu setzen, in dem auf der einen Seite eine breitere „Datenbasis“ für die theoretischen Abstraktionen geschaffen werden kann und die Realität im allgemeinen tiefer, besser und durchgehender verstanden werden kann – z. B. bestimmt das subjektive Bewusstsein die Realität nicht, ist aber ein Teil von ihr, der ebenfalls erkannt und analysiert werden muss usw. –, und auf der anderen Seite die Menschen selber lernen können mit Ideen zu arbeiten, sie tiefer zu analysieren und zu synthetisieren und kritisch zu bleiben (die Wahrheit in ihrer Übereinstimmung mit der objektiven Realität zu überprüfen, statt nach dem Autor zu schauen, um den Wahrheitsgehalt einer Aussage zu bestimmen) und den dialektischen Materialismus zu verstehen und anzuwenden, wird es nicht Möglich sein, die objektive Realität umfassend genug zu erkennen, und z. B. festzustellen, ob die Staatsmacht es noch Wert ist aufrechtgehalten zu werden, oder ob wir uns aufgrund von falschen Ideen und Methoden vom Ziel der Erreichung der 4-Sämtlichen verabschiedet haben. Im allgemeineren, ohne die Methode und Herangehensweise des festen Kerns mit viel Elastizität, wird es nicht möglich sein eine umfassende und durchgehende Einsicht in die Notwendigkeit zu erlangen, die es uns ermöglicht, die 4-Sämtlichen zu erreichen – sprich eine radikal andere und bessere Welt zu erkämpfen.

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Erkärung der Revolutionären Kommunisten (BRD) zur Revolutionären 1. Mai-Demonstration 2011

International kämpfen gegen Ausbeutung, Unterdrückung und imperialistischen Krieg!

Keine Befreiung ohne Revolution!

Eine kommunistische Welt ist möglich!

Der 1. Mai ist der internationale Kampf- und Feiertag der Unterdrückten dieser Welt. Auf allen Kontinenten gibt es Menschen, die an diesem Tag deutlich zeigen, dass sie auf nichts weniger zielen, als eine weltweite revolutionäre Umwälzung von unten. Eine Umwälzung, die die Welt nicht aus Sicht eines bestimmten Landes betrachtet, sondern vom Standpunkt des Internationalismus aus – der Erkenntnis, dass die Zukunft, die wir anstreben, nur realisiert werden kann, in dem wir sie gemeinsam weltweit schaffen. Die Voraussetzungen für eine Welt ohne jegliche Form von Ausbeutung und Unterdrückung, ohne Klassenteilungen und Herrschaft, eine Welt in der die Menschen freiwillig und bewusst zusammenarbeiten, um die Bedürfnisse aller Menschen zu erfüllen und um sich selbst und die Gesellschaft als Ganzes weiterzuentwickeln – eine kommunistische Welt, die es so bisher nicht gegeben hat –, sind längst vorhanden. Aber um diese Welt zu erlangen, brauchen wir eine erneuerte Vision von Revolution und Kommunismus, die darauf abzielt, die gesamte Menschheit durch das Erreichen der „4-Sämtlichen“ zu befreien: Die Abschaffung der Klassenunterschiede überhaupt, die Abschaffung sämtlicher Produktionsverhältnisse, worauf sie beruhen, die Abschaffung sämtlicher gesellschaftlicher Beziehungen, die diesen Produktionsverhältnissen entsprechen und die Umwälzung sämtlicher Ideen, die aus diesen gesellschaftlichen Beziehungen hervorgehen. Um diese erneuerte Vision von Revolution und Kommunismus zu realisieren, müssen wir für die Anerkennung der neuen Synthese von Bob Avakian kämpfen!

Die Revolutionären Kommunisten (BRD) sehen in dieser neuen Synthese einen theoretischen Durchbruch, der uns mehr als je zuvor ermöglicht, diese Revolution in die Tat umzusetzen und den Kommunismus auf wissenschaftlicherer Basis zu verankern. Wie es im Manifest der Revolutionär Kommunistischen Partei (USA) Der Kommunismus: Der Beginn einer neuen Etappe formuliert wird:

„Diese neue Synthese hat in ihren vielen kritischen Dimensionen… die Revolution und den Kommunismus auf eine solidere wissenschaftlichere Grundlage gestellt. Wie Avakian selbst betonte:

‚Es ist sehr wichtig die Bedeutung und potentiell positive Kraft der neuen Synthese nicht zu unterschätzen: Bedeutsame Fehler und Mängel zu kritisieren und mit ihnen zu brechen, während das, was an der historischen Erfahrung der internationalen kom­munisti­schen Bewegung und der der bisher existierenden sozialistischen Länder positiv war, vorangebracht und umgestaltet wird; im tatsächlichen Sinne das Wiederbeleben – auf einer neuen, fortgeschritteneren Basis – des Verständnisses, dass eine vollkommen neue und radikal andere Welt realisierbar und, ja, wünschenswert ist, und das Stellen dessen auf eine noch festere Grundlage des Materialismus und der Dialektik …

Wir sollten also das Potential dessen als eine auf einer soliden wissenschaftlichen Grundlage stehen­den Quelle der Hoffnung und des Wagemuts nicht unterschätzen.’“ (S. 21)

Seit dem Massenaufstand 1987 in Kreuzberg steht die Revolutionäre 1. Mai-Demonstra­tion vom Oranienplatz aus für einen radikalen Bruch mit den bestehenden Zuständen. Die Revolutionären Kommunisten (BRD) und die anderen Kräfte, die die Demo unterstützt und mitangeführt haben, haben sich über all die Jahre allen Versuchen die Demonstration durch Polizeigewalt, Spaltung, anti-kommunistische und rassistische Hetze und dergleichen zu zerschlagen, widersetzt. Über fast 25 Jahre haben Zehntausende von Menschen – Frauen und Männer; Alt und Jung; KommunistInnen, FeministInnen, AnarchistInnen usw.; Menschen sowohl aus der Arbeiterklasse als auch der Mittelschicht und andere Unterdrückte und Ausgebeutete und zwar aus mehr als 30 verschiedenen Ländern – an der Demonstration teilgenommen. Jedes Jahr haben sie gemeinsam, im Herzen der europäischen Bestie, eine revolutionäre Botschaft an die Welt gesendet. Durch all dies hat diese Demonstration auch einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer revolutionären Bewegung, die die Vision einer kommunistischen Welt zur Realität machen will, geleistet.

Dennoch wird es dieses Jahr nicht möglich sein, die Demonstration vom Oranienplatz aus durchzuführen. Der Hauptgrund dafür liegt weder an einer fehlenden Notwendigkeit so eine Demonstration zu machen, noch an einer fehlenden sozialen Basis für die radikale Botschaft der Demonstration. Diese sind nach wie vor reichlich vorhanden. Dass die Demo dieses Jahr ausgesetzt wird, ist viel mehr eine Auswirkung der historischen Situation in der sich die organisierten Kräfte befinden und ein Ausdruck dafür, dass ohne den Bruch und Sprung zur neuen Synthese – d.h. auch  das Brechen mit alten falschen Ideen, Methoden und Herangehensweisen, die den Fortschritt blockieren und verhindern – es zunehmend schwerer wird, die objektive Realität, in ihrer Bewegung und Entwicklung, zu begreifen und umzuwandeln: Zumindest wenn wir uns nicht innerhalb des bürgerlichen Rechtshorizonts bewegen, sondern weit darüber hinaus gehen und eine erneuerte, revolutionäre Vision von einer radikal anderen und besseren Welt anstreben.

Die verschiedenen Kräfte, die im Laufe der Jahre an der Mobilisierung, Organisierung und an der Führung der Demo beteiligt waren, sind mehr und mehr an bestimmte Grenzen gestoßen, unter anderem an ihren Pragmatismus und/oder Relativismus[1]; an bourgeois-demokratischen Konzepten wie dem Glauben an die Existenz von klassenloser Demokratie oder anderen pseudo-revolutionären Illusionen, die sich innerhalb des Rahmens des bürgerlichen Rechtshorizonts befinden; an falsche Tendenzen wie Unvermeidlichkeit[2] oder andere, früher in der internationalen kommunistischen Bewegung schon vorhandene aber damals nebensächliche Tendenzen, die mehr und mehr Platz einnahmen, bis sie zur Barriere wurden, wodurch diese Kräfte entweder zunehmend Handlungsunfähig wurden oder ganz wegbrachen. Der Kommunismus als Wissenschaft und politisches Programm – oder das damals höchste Verständnis davon, sprich der Marxismus-Leninismus-Maoismus – musste weiterentwickelt werden. Das liegt daran, dass sich die Welt und die menschliche Gesellschaft stets weiterentwickeln, neue Erkenntnisse, neue Erfahrungen und Fehler, aber auch neue Aufgaben und Herausforderungen, entstehen und auch daran, dass das Verständnis, das von der Zeit Marx/Engels bis hin zu Maos Tod entwickelt wurde, einige falsche Tendenzen und Konzepte beinhaltete. Im Manifest steht folgendes dazu geschrieben:

„…die Theorie und Praxis der kommunistischen Revolution erfordert Fortschritte, um sich den Herausforderungen dieser Situation zu stellen – um die ganze Erfahrung der ersten Welle der sozialistischen Revolution und strategischen Konsequenzen der immensen Veränderungen, die in der Welt stattfinden, wissenschaftlich zu betrachten und um die notwendigen Lehren daraus zu ziehen.

Bob Avakian hat diese Verantwortung übernommen und ein kommunistisches Gesamtwerk, eine Methode und Herangehensweise entwickelt, die diesem great need [3] und den Herausforderungen gerecht wird.

In diesem Gesamtwerk und dieser Methode und Herangehensweise, in der von Bob Avakian hervorgebrachten neuen Synthese, gibt es eine Analogie zu dem, was von Marx zu Beginn der kommunistischen Bewegung geschaffen wurde – das Erstellen eines theoretischen Gerüstes für die erneuten Fortschritte der Revolution unter den nach der ersten Etappe der kommunistischen Revolution neuen vorhandenen Bedingungen. Heute aber, mit dieser neuen Synthese, geht es nicht darum, ‚noch einmal von vorne anzufangen’, als ob es geboten wäre, sowohl die historischen Erfahrungen der kommunistischen Bewegung und der von ihr hervorgebrachten sozialistischen Gesellschaften als auch ‚das reichhaltige Werk der revolutionären Theorie’, die während dieser ersten Welle entwickelt wurde, über Bord zu werfen. Das würde eine unwissenschaftliche und in der Tat reaktionäre Herangehensweise darstellen. Das, was erforderlich ist – und was Avakian unternommen hat – ist vielmehr, auf all dem aufzubauen, was theoretisch sowie praktisch vorangegangen ist, die positiven und negativen Lehren zu ziehen und das Ganze auf ein neues, höheres Niveau zu heben.“ (S. 17)

Um es anders auszudrücken: Heute steht der Kommunismus am Scheideweg. Die Frage stellt sich ob die Kommunisten die Avantgarde der Zukunft oder zum Überrest der Vergangenheit werden. Ob sie in der Lage sein werden mit ihren falschen Ideen, Methoden und Herangehensweisen brechen zu können und die neue Synthese aufzugreifen und diese im Kampf für die Befreiung der Menschheit als Basis, Methode und Herangehensweise, Gerüst und Rahmen anzuwenden. Oder ob sie sich fest an alten falschen und objektiv der kommunistischen Revolution zuwiderlaufenden Methoden wie Positivismus, Pragmatismus oder Empirismus[4] festhalten und ihnen zum Opfer fallen werden. Und weiter noch, wie Avakian es ausdrückt: „…heute wird der Maoismus sich ohne die neue Synthese von Bob Avakian in sein Gegenteil umwandeln. Anstatt des erforderlichen Sprungs nach vorne zu machen, wird es Rückschritt geben, der früher oder später – wohlmöglich nicht so viel später – in einer offenen Opposition zum revolutionären Kommunismus endet.“ Es erfordert viel theoretischen und ideologischen Kampf, um den notwendigen Bruch und Sprung zu machen, um die neue Synthese tatsächlich aufgreifen und anwenden zu können!

Diese notwendige Umbruchsphase, dieser schwere Kampf, den wir dabei sind zu führen, hat auch zu einer – vorübergehenden – organisatorischen Schwäche geführt. Auch für uns war es ein Kraftakt – und der Prozess ist noch im Gange – die neue Synthese aufzugreifen, sodass wir jetzt gestärkt und mit viel neuem Potenzial und einem höheren Niveau sowohl an die Errungenschaften als auch an die Fehler unserer Erfahrungen herangehen, diese analysieren und synthetisieren können, die Errungenschaften aufrecht erhalten, mit den Fehlern brechen und es in Zukunft noch besser machen können.

Die neue Synthese gibt uns die Möglichkeit die Herausforderungen, denen wir heute gegenüberstehen, besser analysieren, erkennen und umwandeln zu können. Wir können eine tiefere Einsicht in die Notwendigkeit erlangen als je zu vor und sie auf der Basis dieser Einsicht noch umfassender und weitreichender verändern. Wir haben mit ihr das Potenzial eine neue Welle der kommunistischen Revolution in Deutschland – und weltweit – zu entfesseln. In diesem Sinne sind wir dabei eine Bewegung aufzubauen die eine kommunistische Revolution – die Befreiung der gesamten Menschheit durch die Erreichung der 4-Sämtlichen – vorhat. Wir sind dabei Leute dazu zu gewinnen, die Herrschenden und ihr kapitalistisch/imperialistisches System[5] zu bekämpfen und die Menschen und sich selbst unter kommunistischer Führung umzuwandeln, für Revolution.

Es gibt keinen Grund zum Pessimismus. Im Gegenteil! Es gibt keine „permanente Notwendigkeit“ dafür, dass die Dinge so sein müssen wie sie sind. Eine radikal andere und bessere Welt kann durch eine Revolution entstehen! Die innewohnenden Widersprüche des Kapitalismus/Imperialismus können nicht innerhalb des Rahmens dieses Systems gelöst werden. Die materiellen Voraussetzungen und Grundlagen für die Errichtung einer kommunistischen Weltgesellschaft sind mehr als je zuvor vorhanden. Und auch die theoretische Basis, der Rahmen und das Gerüst, sowohl neue Kräfte als auch bereits existierende für das meist fortgeschrittene Verständnis von Kommunismus zu gewinnen, ist auch gegeben: Die neue Synthese von Bob Avakian. Doch, wie jeder neue Durchbruch muss auch dieser für seine Anerkennung kämpfen! Und das heißt auch hin und wieder Rückschläge und Niederlagen einstecken zu müssen, die jedoch, wie alles, in ihr Gegenteil umgewandelt werden können. Wenn wir durch diese Erfahrung und mit dem daraus erlangten Verständnis heraus kommen und statt unsere strategischen Nerven[6] zu verlieren, entschlossener am dialektischen Materialismus festhalten, haben wir eine realistische Chance auf noch besserer und höherer Basis – mit einem festen Kern, der auf Basis der neuen Synthese viel mehr Elastizität als je zuvor ermöglicht – weiter zu kämpfen und eine radikal andere und bessere Welt zu erringen!

So bedeutet die Aussetzung der Demonstration dieses Jahr nicht, dass die Geschichte dieses wichtigen revolutionären Kampfes zu Ende ist. Noch bedeutet es, dass die Kräfte, die diese Demonstration getragen haben am 1. Mai 2011 nicht vorhaben für eine radikal andere Welt, für die Befreiung der Menschheit, für die Abschaffung von Unterdrückung und Ausbeutung, Patriarchat, Krieg, für internationale kommunistische Revolution auf die Straße zu gehen und zu kämpfen. Nein! Wir geben nicht auf! Wir werden diesen Rückschlag nutzen, um zu lernen, und um besser zu arbeiten denn je, auf besserer Basis denn je, und unser Bestes dafür geben, die Widersprüche als Triebkräfte zu nutzen und das gesamte Potenzial das in der neuen Synthese steckt weitest möglich auszuschöpfen und gestärkt aus diesem Kampf zu gehen!

Wir rufen all diejenigen auf, die sich an der Revolutionären 1. Mai Demonstration vom Oranienplatz aus beteiligt haben und auch alle anderen die sich in der revolutionären Vision der Befreiung der Menschheit und einer kommunistischen Zukunft wiederfinden können, sich mit uns zusammenzutun, um darüber zu diskutieren wie wir dieses Jahr die erneute Vision von Revolution und Kommunismus, die hier angesprochen wurde, für alle sichtbar und so viele wie möglich zugänglich machen können. Wir rufen alle dazu auf, sich mit der neuen Synthese von Bob Avakian auseinander zu setzten, mit uns zu studieren, diskutieren und die neue Synthese im revolutionären Prozess anzuwenden!

In diesem Sinne:

HERAUS ZUM REVOLUTIONÄREN 1. MAI 2011!

Revolutionären Kommunisten (BRD)




[1] Pragmatismus ist eine Methode und Herangehensweise die besagt, dass etwas wahr ist, wenn es unmittelbare praktische Erfolge verspricht. Dabei wird die Existenz einer tieferliegenden objektiven Realität geleugnet und statt jene zu untersuchen – also eine tiefere theoretische Auseinandersetzung, Analyse und Synthese der Notwendigkeit – wird etwas für wahr erklärt, weil es „funktioniert“. Die Übereinstimmung der Theorie mit der objektiven Realität in ihrer Bewegung und Entwicklung spielt bei dieser Methode und Herangehensweise keine Rolle. (zur Vertiefung: Problems of A Priorism and Pragmatismin Reaching for the Heights and Flying Without a Safety Netvon Bob Avakian)

Relativismus ist eine philosophische Anschauung und Herangehensweise, die besagt, dass es keine sicher als wahr erkennbaren Dinge gibt, sondern nur Theorien die noch nicht falsifiziert sind – sprich einer Kritik standhalten. Demnach gibt es keine objektive Wahrheit, sondern nur unterschiedliche „Narrative“ – unterschiedlicher Interessensgruppen – die alle gleichermaßen ihre Gültigkeit bzw. Ungültigkeit haben. Im Gegensatz zur marxistischen Methode und Herangehensweise die besagt, dass sowohl theoretische Abstraktionen als auch der Kampf im Bereich der Ideen wichtig sind, um die Realität umfassend zu verändern, doch dass letztendlich die Praxis (sprich die Realität in ihrer Bewegung und Entwicklung) – und nicht etwa die Kritik – der Ursprung und der Prüfstein der Erkenntnis ist. (Zur Vertiefung: Marx, Thesen über Feuerbach; Bob Avakian, On the Importance of Marxist Materialism; Communism as a Science, Meaningful Revolutionary Work, and a Life with Meaning; Marxism as a Science—Refuting Karl Popper)

[2] Unvermeidlichkeit: „Die Auffassung, dass der Triumph des Kommunismus das „unvermeidliche“ Ergebnis des Vorwärtstreibens einer gottähnlichen ‚GESCHICHTE’ ist…“ (siehe: Was ist Bob Avakians neue Synthese?)

[3] Im Originaltext wird der Begriff „great need“ verwendet. In diesem Zusammenhang bedeutet er sowohl das „Verlangen nach“ als auch die „Notwendigkeit für“ den Kommunismus (Anm. d. Über.).

[4] Dazu im Manifestder RKP: „Positivismus, Pragmatismus und Empirismus. Auch wenn diese, gemäß ihren spezifischen fehlerhaften Standpunkten und Herangehensweisen, sich unterschiedlich ausdrücken, was sie gemeinsam haben, ist die Vulgarisierung und Degradierung der Theorie. Sie reduzieren die Theorie auf eine im engsten und unmittelbaren Sinne verstandene „Gebrauchsanleitung für die Praxis“; sie behandeln die Theorie im Wesentlichen als wäre sie ein unmittelbares Ergebnis einer spezifischen Praxis und versuchen eine Äquivalenz zwischen fortgeschrittener Praxis (die selbst, besonders für diese Menschen, ein Element der subjektiven und willkürlichen Bewertung beinhaltet) und der angeblich fortgeschrittenen Theorie herzustellen. Ein wissenschaftlicher kommunistischer, materialistischer und dialektischer Standpunkt führt zu dem Verständnis, dass die Praxis im Endeffekt der Ursprung und die Bestätigung der Theorie ist; jedoch muss das – im Gegensatz zu diesen engen, empirischen Verzerrungen – als Praxis im weiten Sinne verstanden werden, die die umfassenden sozialen und historischen Erfahrungen und nicht bloß die direkte Erfahrung eines bestimmten Menschen, Gruppe, Partei oder Nation einschließt. Gerade die Gründung und Weiterentwicklung der kommunistischen Theorie selbst veranschaulicht dies sehr kraftvoll: Seit Marx ist diese Theorie geschmiedet und bereichert worden, indem sie aus einem breiten Spektrum an Erfahrungen auf einer Vielzahl von Gebieten und aus einem langen Verlauf der breiten historischen Entwicklungen in der Gesellschaft und der Natur geschöpft hat. Die Praxis als die Quelle der Theorie und die Maxime, dass „die Praxis […] der Maßstab der Wahrheit [ist]“, können und werden in eine tief greifende Unwahrheit verwandelt werden, wenn sie in einer engen, empirischen und subjektiven Art interpretiert und angewandt werden.“ (S. 23)

[5] Die RKP propagiert  den Slogan „Fight the Power, and Transform the People, for Revolution!“ (siehe: http://www.revcom.us)

[6] Anspielung auf den Aufsatz Bringing Forward Another Way von Bob Avakian in dem er sich dazu äußert auch unter schwersten Umständen, auch in Phasen von Rückschlägen, in Phasen in denen die Menschen mehr und mehr Handlungsunfähig werden und fortgehen, nicht in Resignation zu Fallen, Aufzugeben und sowohl das Ziel als auch die unterliegenden Widersprüche und Dynamiken aus den Augen zu verlieren, sondern stets so wissenschaftlich wie möglich zu bleiben und auf Basis dieser Wissenschaft weiter zu kämpfen.

Avakian schreibt folgendes in jenem Text: „Wenn ich vom ‚strategischen Nerv’ rede, meine ich, das im Sinne unsrer grundsätzlichen und strategischen Orientierung, nicht im Sinne einer ‚persönlichen Courage’, die in Abwesenheit und getrennt von dieser Orientierung existiert. Eine Andere Art das zu sagen, ein anderer wesentlicher Ausdruck dessen ist, dass wir unseren Materialismus und unsere Dialektik nicht verlieren dürfen.“

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